Das Sachwertverfahren ist eine Methode zur Bewertung von Immobilien, bei der der Wert einer Liegenschaft aus den Wiederherstellungskosten abzüglich Altersentwertung sowie dem Bodenwert berechnet wird. In der Schweiz kommt es insbesondere bei Spezialimmobilien, selbstgenutztem Wohneigentum oder in Fällen mit geringem Marktvergleich zum Einsatz. Die Bewertung erfolgt in mehreren Schritten: Zuerst wird der Wert des Gebäudes (inkl. Baunebenkosten) ermittelt, dann um technische und wirtschaftliche Entwertung reduziert. Anschliessend wird der aktuelle Bodenwert (z. B. anhand von Richtwertkarten) hinzugefügt. Das Sachwertverfahren berücksichtigt insbesondere den Substanzwert, eignet sich aber weniger für die Bestimmung von Renditeobjekten. Es wird oft ergänzend zu anderen Verfahren herangezogen oder bei steuerlichen Bewertungen eingesetzt. Die Methode verlangt genaue Kenntnisse zu Baukosten, Gebäudetypen und regionalen Gegebenheiten. Trotz seiner rechnerischen Basis ist das Sachwertverfahren interpretationsbedürftig und sollte von qualifizierten Fachpersonen angewendet werden.