Der Immobilienertragswert ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die insbesondere bei Renditeobjekten zur Bewertung einer Immobilie herangezogen wird. In der Schweiz basiert dieses Verfahren auf der Annahme, dass der Wert einer Liegenschaft dem dauerhaft erzielbaren Nettoertrag entspricht. Dieser ergibt sich aus den Mieteinnahmen abzüglich der laufenden Betriebskosten, multipliziert mit einem kapitalisierten Zinssatz (Kapitalisierungssatz). Der Ertragswert ist vor allem bei Mehrfamilienhäusern, Gewerbeliegenschaften oder Mischobjekten relevant, bei denen der Investitionsertrag im Vordergrund steht. Das Verfahren eignet sich weniger für selbstgenutzte Einfamilienhäuser, da diese keinen regelmässigen Ertrag generieren. Der Ertragswert ist eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Investoren, Banken und Steuerbehörden. Er bildet oft die Basis für Finanzierungsentscheide oder steuerliche Bewertungen. Eine präzise Berechnung setzt eine fundierte Kenntnis der Marktmiete, Betriebskostenstruktur und der regional üblichen Kapitalisierungssätze voraus. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich die Einschaltung eines qualifizierten Immobilienbewerters.