Die Finanzierungslücke beschreibt die Differenz zwischen dem zur Verfügung stehenden Eigenkapital (inkl. allfälliger Hypothekenzusagen) und den tatsächlichen Gesamtkosten eines Immobilienerwerbs – also Kaufpreis plus Nebenkosten. In der Schweiz entsteht eine Finanzierungslücke oft dann, wenn Käufer ihre Eigenmittel, Pensionskassengelder oder Bankkredite überschätzen oder wenn zusätzliche Kosten (z. B. Handänderungssteuer, Umbauten, Maklerprovisionen) unzureichend einkalkuliert wurden. Eine Finanzierungslücke kann die Kreditvergabe gefährden und im schlimmsten Fall zum Abbruch des Kaufvorhabens führen. Daher ist eine präzise Budgetplanung entscheidend – inklusive aller Nebenkosten und einer Liquiditätsreserve. Banken verlangen eine vollständige Schliessung der Finanzierungslücke, bevor sie zur Auszahlung schreiten. Bei kurzfristigen Engpässen können private Darlehen, Bürgschaften oder ein Verkauf von Wertpapieren zur Überbrückung beitragen. Wichtig ist, frühzeitig und realistisch mit einem Finanzberater oder der Bank über die Finanzierungsstruktur zu sprechen, um böse Überraschungen zu vermeiden.